Unsere Veranstaltungen 2020

 

Mittwoch, 15. April 2020 – Haus der Wissenschaft – 18:00 Uhr (Großer Saal)

Dr. Horst Rößler

Findorff und die Moorkolonisation im Elbe-Weser-Dreieck (1750-1890)
Zusammen mit: Historische Gesellschaft

Die staatlich organisierte und dirigierte Urbarmachung und Besiedlung der im hannoverschem Elbe-Weser-Raum liegenden großen Moorgebiete war ein Generationenübergreifender und mühseliger Prozess, der die Region nachhaltig veränderte. Im Verlauf eines Jahrhunderts wurden mehrere Tausend Bauernstellen geschaffen und über 70 neue Dörfer gegründet. Dabei erfasste die Moorkolonisation zunächst vor allem Gebiete der Bremen nahen Ämter Lilienthal, Osterholz und Ottersberg, später auch solche des Amts Bremervörde.

Welche Ideen standen hinter der Kur-hannoverschen Moorkolonisation, in welchen Phasen vollzog sie sich und welche Rolle spielte dabei der Moorkommissar Jürgen Christian Findorff? Wie stellte sich die Siedlungsstruktur der neu gegründeten Dörfer dar? Welches Gewicht hatte bei der Kolonisation einerseits die Landwirtschaft, andererseits Torfabbau und Torfhandel? Wie groß war die Bedeutung Bremens als Absatzmarkt für den von den Moorbauern produzierten Torf? Aus welchen Gegenden und gesellschaftlichen Schichten stammten die Kolonisten? Wie stellte sich die Lage der Moorbauern in den staatlich gegründeten Moorkolonien dar und wie in den privat gegründeten 'wilden' Ansiedlungen? Diese Fragen stehen im Zentrum des spannenden Vortrags von Dr. Horst Rößler.